Die Geschichte

spacer_25x15

Vergangenheit und Gegenwart

 

Theorie der Herkunft und Entstehung des Shar Pei

Während die Einen Verfechter einer Theorie sind, nach welcher der Shar Pei eine seit Jahrhunderten bestehenden Rasse ist, gehen andere von einer relativen Neuzüchtung aus. Der ersten Theorie nach sollen bereits vor ca. 2000 Jahren in den Südchinesischen Provinzen, am chinesischen Meer, in der Stadt Dah let der Provinz Kwun Tung Shar Peis erwähnt worden sein. Funde von chinesischen Grabbeigaben aus der Zeit der Hun Dynastie ( 202 v. chr. – 220 n. Chr.) in Form von Statuen und kleinen Standbildern , die einem Shar Pei sehr ähnlich sind, sollen das beweisen. Jeder Züchter einer chinesischen Rasse, sieht jedoch in diesen Hundestatuen seine Rasse. Chow-Chow Züchter den Chow-Chow, Shih Tzu Züchter den Shih Tzu und Shar Pei Züchterden Shar Pei. In älteren Literaturen wird der Shar Pei nicht erwähnt, was allerdings auch daran liegen kann, dass er nie der Hund der herrschenden Klasse war, sondern mehr der Hund der armen Landbevölkerung. Die wenige Überlieferung über den Shar Pei, spricht nun wieder für die zweite Theorie, die besagt, dass der Shar Pei in seiner heutigen Form eine relativ junge Rasse ist. Die blaue Zunge könnte vom Chow Chow stammen, mit der er als einzige Rasse diese Gemeinsamkeit trägt. Der massige Kopf und die Hautfalten könnten Molosserblut entspringen und der geschmeidige, kernige Körper erinnert an Amerc. Staffordshire Terrier.

Wie es auch sei, und ehrlich gesagt, mich persönlich interessiert es weniger, ob die Rasse, die ich liebe nun schon vor 2000 Jahren in China zu sehen war, oder aber irgendwann aus anderen Rassen in geraumer Vorzeit entstanden ist.

Eins ist gewiss, es ist eine Chinesische Rasse, die es auch heute noch in China gibt, wovon ich mich bei einem Besuch einer Ausstellung in China persönlich überzeugen konnte. Und sie erfreuen sich größerer Beliebtheit denn je. Dass sie uns erhalten blieben war nicht selbstverständlich, denn Hunde und ganz besonders der Shar Pei hatten es in China nicht leicht und viele Rassen standen kurz vor der Ausrottung.

spacer_25x15

Die Rettung des Shar Pei

Er war nie der Luxushund der herrschenden Klasse wie z.B. der Peking Palast Hund, sondern eher der Hund der Bauern, die ihn als Gebrauchshund zu Schutz- und Wachzwecken hielten. Auch als Hüte – und Jagdhund, ja sogar zur Bärenjagd soll er verwendet worden sein. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass er auch Hundekämpfe bestreiten musste.

Einige Besonderheiten seines Phänotyps deuten darauf hin. Das borstige, sehr harte Fell sollte für den Gegner beim Zupacken sehr unangenehm im Maul sein, die lose, faltige Haut erlaubt es ihm, sich nach dem Biss des Gegners zu drehen und zu wenden, um so zurück beißen zu können, während der Gegner ihn festhielt. Durch die lose Haut kam es kaum zu ernsthaften Fleischverletzungen, lediglich an der Haut wurden sie verletzt. Die kleinen Ohren und die tiefliegenden Augen gaben wenig Angriffsfläche für den Gegner. Allerdings soll nach Überlieferungen nur einer von 50 Hunden für Hundekämpfe eingesetzt worden sein, und man musste die Hunde mit Drogen und Alkohol soweit bringen, dass sie zum Kampf bereit waren. Schon damals war das Wesen des Shar Pei wohl eher gutmütig und nicht fürs Kämpfen gemacht.

Aber nicht die Hundekämpfe dezimierten den Shar Pei in China und brachten ihn an den Rand der Existenz, vielmehr waren es die aufkommenden kommunistischen Machtverhältnisse, deren Führer den Hunden den Kampf angesagt hatten, sie als unnutze Fresser, die in der Gesellschaft keinen Platz hatten, betrachteten. Steuern wurden dermaßen erhöht, dass das Halten eines Hundes zum puren Luxus wurde. Und als die Hundezucht zur bürgerlichen Dekadenz proklamiert wurde, war es schon fast zu spät. Als Ergebnis dieser Maßnahmen waren in den 50iger Jahren fast alle Shar Pei verschwunden, nur wenige Exemplare hielten sich in den Dörfern Südchinas, in Taiwan und Hongkong. Die Rasse stand kurz vor dem völligen Untergang.

Anfang der 70iger Jahre wandte sich ein gewisser Matgo Law über die amerikanische Hundezeitschrift „Dog“ mit der Bitte um Unterstützung an die Hundefreunde der Welt, ihm beim Erhalt dieser Rasse zu helfen. Die Veröffentlichung von Fotos, ließen sofort die Herzen der amerikanischen Hundefreunde höher schlagen, die ersten und vielleicht fast letzten Shar Pei aus China wurden in die USA gebracht. Bereits Anfang der 80iger Jahre waren dort einige hundert Exemplare gezüchtet worden und der Shar Pei erlebte einen wahren Boom.

spacer_25x15

Die ersten Shar Pei in Deutschland

1979 kamen die ersten beiden Shar Pei nach Deutschland, nach Hamburg zu Herrn Weinberg. In den nächsten Jahren erfolgten weiter Importe aus den USA und aus Hongkong. Schnell wurde die Rasse hier bekannt, fast alle Zeitschriften berichtetet über das „ Faltenwunder“ aus China.
Er wurde im Guinnes Buch der Rekorde , als seltenster und sicherlich außergewöhnlichster Hund der Welt beschrieben.

Die Nachfrage nach diesem besonderen, seltenen, exotischen aber auch teuren Hund stieg rasant an. Doch wie es bei seltenen Rassen leider so häufig üblich ist, wurde er schnell zum Statussymbol und mit horrenden Preisen gehandelt. In manchen Köpfen entwickelten sich Preistheorien, die astronomisch waren. Man tuschelte vom teuersten Hund der Welt, für den Normalbürger unerschwinglich. Damit kamen dann aber auch die wahnsinnigsten Gerüchte auf, was die Gesundheit, das Wesen und den Hund allgemein betrifft. Er wurde als sehr empfindlich hingestellt, was nun wirklich nicht den Tatsachen entspricht. Im Gegenteil, er ist eine sehr robuste Rasse.

Richtig ist, dass der Shar Pei nie ganz billig war, aber es gibt auch andere Rassen, die genauso viel kosten, ja sogar noch teurer sind. Jeder Hund hat seinen Preis, immerhin handelt es sich um ein Lebewesen, das Jemanden eine geraume Zeit seines Lebens begleiten soll. Wenn einige Hunderassen etwas teurer wären, würden sicherlich viele Besitzer verantwortungsvoller mit ihren Tieren umgehen, weniger ausgesetzt und gequält werden.

Wie gesagt, der Siegeszug des Shar Pei, begleitet von vielen Neidern, begann auch in Deutschland. Mittlerweile hat er seinen Ruf als Statussymbol überwunden, es gibt genügend verantwortungsvolle Züchter in Deutschland. Er hat seinen festen Platz als treuer Begleiter, liebevoller Hausgenosse und echter Partner gefunden. Zur Zeit gibt es in Deutschland jährlich ca. 100 Eintragungen, allerdings wechseln die Züchter immer wieder, und es gibt leider nur eine Handvoll, die sich schon seit Jahren dieser Rasse verschrieben haben, ihr die „ Stange“ halten und sie nicht nur vermehren, sondern sie rassetypisch, wesenstypisch und gesund züchten wollen.

Schauen Sie sich also Ihren Züchter genau an, sparen Sie nicht am falschen Ende, sondern nehmen Sie nur dort einen Welpen, wo Sie auch ein gutes Gefühl haben, dass Sie gut aufgehoben sind. Ihr Hund wird es Ihnen danken und Sie tragen so dazu bei, dass der Shar Pei gesund und typisch bleibt. Nur Sie als Käufer haben die Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen und Massenzüchter dahin zu treiben, wo sie hingehören – irgendwann verschwunden in der Versenkung.spacer_25x15spacer_25x15

Der Shar Pei heute in China

Ich hatte das Glück im Herbst 2000 auf Einladung des chinesischen kynologischen Verbandes zur 2. Internationalen Hundeausstellung als Zuchtrichter eingeladen zu werden. Es war schon ein seltsamer Gedanke, ein Traum wurde wahr, ich werde in China sein, dem Ursprungsland unserer Rasse. Allerdings hatte ich auch ein wenig Angst, enttäuscht zu werden.

Man hatte zuviel gehört und keiner wusste, ob es in China überhaupt noch Shar Pei gibt und ich überhaupt welche zu sehen bekäme. Und ich muss sagen, ich wurde angenehm überrascht. Ca. 40 Shar Pei sah ich bei meinem Besuch in China, allerdings waren sehr viele Welpen dabei.

Etwas überrascht war ich dann aber doch über das Aussehen, sie sind kleiner und zierlicher als unsere Hunde, ( Fotos können Sie unter „Reich der Mitte„ sehen) sportlicher und nicht so kraftvoll wie unsere Shar Pei. Auch wird die Zucht nicht so stark betrieben, der Shar Pei war immer der Hund der armen Leute und steht aus diesem Grund nicht so im Mittelpunkt der Gesellschaft und des Interesses, wie zum Beispiel der kaiserliche Peking Palasthund. Hoffen wir, dass sich die Züchter in China auch dieser Nationalrassen wieder etwas besinnen und weiterhin an einem Aufbau interessiert sind. Diese schöne Rasse sollte auch im Ursprungsland wieder etwas mehr Beachtung finden. Trotzdem war es für mich als Zuchtrichter und Züchter dieser Rasse hoch interessant, Shar Pei im Ursprungsland zu sehen, ja sie sogar auf der Ausstellung richten zu dürfen.