Der Shar Pei Ihr Tierarzt und Sie
Ich möchte hier ehrlich über unsere
Erfahrungen sprechen und auch nichts beschönigen, aber es nutzt niemanden, wenn
gesagt wird “ unsere Shar Pei sind frei von jeden Erkrankungen“. Erst einmal kann das kein Züchter über
seine Hunde sagen und zweitens handelt es sich um ein Lebewesen, was auch einmal
gesundheitliche Probleme haben kann. Ich möchte hier nur zeigen, dass der Shar
Pei eine genauso gesunde Hunderasse ist, wie viele anderen auch und er zu
Unrecht manchmal als sehr empfindlich bezeichnet wird. Es ist schon seltsam,
dass meistens Leute diese Meinung vertreten, die sich mit dieser Rasse nie beschäftigt
haben. Es geht mir hier darum, einige Sachen anzusprechen um dem Interessenten
über einiges zu informieren und gegebenenfalls auch vorbeugende Maßnahmen und
Lösungswege aufzuzeigen, damit es gar nicht erst zu Erkrankungen kommt, oder
sie schnell behoben werden können.
Sollten sie weiter Fragen haben, die hier nicht erörtert wurden, bin ich gern bereit, sofern es mir möglich
ist, ihnen zu helfen.
Wird über den Shar Pei gesprochen, so kommt meist zuerst die Rede auf gesundheitliche Probleme dieser Rasse. Was da
so alles vom Stapel gelassen wird ist manchmal haarsträubend und wenn es nicht
so traurig wäre, könnte man lachen. Hautprobleme, Augenprobleme, die Falten müssen
täglich ausgewischt werden, sind nur harmlose Beispiele. Vielleicht vergessen
viele, dass es sich auch beim Shar Pei um ein Lebewesen handelt, dass wie viele
andere Rassen völlig gesund sein kann, aber auch sicher rassespezifische Krankheitssymptome
auftreten können. Fast jede Rasse hat auf grund ihrer äußeren
Erscheinung bestimmte Krankheitsanfälligkeiten, die beim einzelnen Exemplar gar
nicht auftreten können, aber bei anderen Hunden doch mehr oder weniger zu
Problemen führen. Das hat aber alles nichts mit einer bestimmten Rasse zu tun,
sondern sind Tatsachen über die sich jeder, der sich mit dem Gedanken trägt
einen Hund, egal welcher Rasse, anzuschaffen im klaren sein muss.
Diese Krankheitsdispositionen können durch entsprechende Zuchtauslese und vernünftige Standards auf ein Minimum begrenzt werden. Der zukünftige Besitzer
eines Hundes möchte ja Spaß und Freude an seinem Tier haben und nicht ständig
im Warteraum eines Tierarztes sitzen. Jeder Interessent einer Rasse, sollte sich
vorher über Krankheitsanfälligkeiten seiner Rasse informieren, um gleich bei
der Auswahl eines Welpen, durch genaues Ansehen der Eltern und der Zuchtstätten,
das Risiko eines krankheitsanfälligen Tieres zu minimieren.
Ganz ausschließen
wird man es jedoch nie können, denn niemand weiß, wie sich ein Tier im Laufe
seines Lebens entwickeln wird. Kein Züchter kann und wird ihnen die Garantie geben, dass ihr Hund sein
Leben lang gesund ist. Niemand ist Hellseher und es spielen auch die Lebensumstände
beim neuen Besitzer eine große Rolle.
Was sind nun diese Besonderheiten, worauf sollte man achten?
Haut und Haar:
Am meisten hört man von angeblichen Hautproblemen des Shar Pei, starken Entzündungen
in den Hautfalten, tägliches auswischen der Falten und baden der Hunde.
Da ein
ausgewachsener Shar Pei , wie schon beschrieben, am Körper aber nur noch lose
Haut haben soll und keinesfalls starke Hautfalten, sind diese Behauptungen
blanker Unsinn. Allerdings sollte man schon bei den Eltern schauen, wie deren
Faltenentwicklung ist, zeigen sie Extreme, kann auch ihr Hund sie geerbt haben
und dann natürlich zu Hautentzündungen neigen. Wird man es beherzigen die Shar
Pei nicht zu Faltenmonstern zu züchten, wird es auch keine Hautprobleme geben.
Wie gesagt, der Standard sagt unmissverständlich aus „ausgewachsen lose Haut,
keinesfalls tiefe Hautfalten“.
Hautentzündungen können , wie bei anderen
Rassen nur entstehen, wenn man die Fellpflege
sehr stark vernachlässigt, besonders während des Haarwechsels
das tote Haar nicht ständig durch bürsten entfernt. Am besten eignet sich dazu
eine harte Bürste und ein Gummistriegel. Durch das entfernen der toten Harre
unterstützen sie nicht nur den Fellwechsel ihres Hundes, er probiert dann auch
nicht sich selbst zu helfen und durch kratzen die Haare , die ihn sehr jucken,
zu entfernen. Allerdings gibt es gerade beim Fellwechsel des Shar Pei
einige Besonderheiten. Besonders der Junghund kann beim ersten Fellwechsel, wenn
er sein Babyfell verliert, etwas komisch aussehen. Diese Haarung geht manchmal
so schnell vonstatten, dass er aussieht, wie von Motten zerfressen, hat mehr
oder weniger Löcher im Fell. Gehen sie dann mit so einem Hund zu einem Shar Pei
unerfahrenen Tierarzt, wird er dieses Problem nicht kennen, und auf alle möglichen
Erkrankungen untersuchen. Völlig überrascht wird er dann sein, dass seine
Untersuchungen keine krankhaften Befunde ergeben. Der Haarwechsel beginnt mit
5-6 Monaten mit manchmal kleinen kahlen Flecken und das Fell kann aussehen, wie
von Motten zerfressen. Bei schwarzen Shar Pei kann sich das Fell vorher in der
Farbe verändern, sie werden stumpfer in der Farbe oder bekommen einen roten
Anflug. Es ist einfach manchmal die erste Haarung, in der manche Shar Pei etwas
seltsam aussehen.
Machen sie sich keine Sorgen, nach überstandenem Haarwechsel
wird auch ihr Hund wieder gut aussehen. Sicher gibt es aber auch beim Shar Pei,
wie bei allen anderen Hunderassen Hauterkrankungen, die auf jeden Fall abgeklärt
und behandelt werden müssen. Aber der Shar Pei neigt generell nicht zu mehr
Hautproblemen, als andere Rassen auch. Die beschriebene Haarung sind Extreme und
treten nicht bei jedem Hund auf. Sollte der Haarwechsel allerdings über längere
Zeit verlaufen, dann sollte doch eine andere Erkrankung durch den Tierarzt
ausgeschlossen werden. Allergische Reaktionen auf alle möglichen Substanzen
nehmen in letzter Zeit nicht nur beim Menschen zu, sondern leider auch beim
Tier. Das sind dann keine besonderen rassetypischen Hauterkrankungen, sondern
leider Begleiterscheinungen unserer gestörten Umwelt, oder falscher Ernährung.
Die Augen:
Immer wieder werden wir darauf angesprochen, ob der Shar
Pei nicht auf Grund seiner tiefliegenden Augen und der Faltenbildung sehr zu
Augenproblemen neigt.
Sicher ist diese Kombination für
eine gesunde Entwicklung der Augen nicht gerade förderlich, aber auch hier kann
man mit vernünftiger Zuchtauslese einiges erreichen. Übertreibungen des Standards sind
hier genauso fehl am Platze wie bei der übermäßigen Faltenbildung. Es gibt mittlerweile gute Linien,
die die anfänglichen Augenprobleme überwunden haben.
Es kann beim Welpen vereinzelt
vorkommen, dass seine Faltenbildung im Gesicht so ausgeprägt ist, dass für
kurze Zeit dem Welpen geholfen werden muß. Auf keinen Fall sollte aber ein Shar
Pei sofort an den Augen operiert werden, diese falsche Meinung auch vieler Tierärzte,
hat schon viele Probleme verursacht.
Wie bereits beschrieben, wachsen
die Welpen schnell in ihr überflüssiges Fell hinein, und füllen es als
erwachsener Hund fast völlig aus. Wird hier in der Jugend etwas
weggeschnitten, fehlt es dem ausgewachsen Hund und er wird dann sein Leben lang
durch ein künstlich hervorgerufenes Ektropium Probleme haben.
Beim Shar Pei Welpen handelt es
sich meistens , wenn er ein Entropium hat nicht um die manifestierte Form des
Entropiums vieler anderer Rasse, sondern um das sogenannte spastische Entropium.
Wenn beim Welpen Verletzungen oder
Reizungen am Auge auftreten,(dass kann zum Beispiel beim Milchtritt der Welpen
passieren, dass sie sich mit der Kralle gegenseitig in die Augen fahren) haben
sie die Eigenart die Augen, aus einem Selbstschutz zu schließen. Die Behandlung
mit einer Augensalbe bringt hier meist Erfolg, es muss aber manchmal auch durch
das sogenannte „Tacking“ ( einer für den Welpen schmerzlosen Methode)
nachgeholfen werden.
Diese Problem gibt es aber meist
vor der 8.Woche, so dass es dann meisten zu Problem des Züchters wird, und der
Käufer wenig damit belästigt wird. Wichtig ist, die Augen seines Shar Pei,
besonders des Welpen täglich zu kontrollieren, sie müssen immer schön geöffnet
sein, keine Anzeichen einer Rötung zeigen und die Hornhaut muss glänzend
dunkelbraun ohne Trübung sein.
Sollten sie Zweifel haben, rufen
sie lieber einmal mehr als zuwenig bei ihren Züchter an, er wird ihnen dann mit
Rat und Tat zur Seite stehen. Beim ausgewachsenen Shar Pei bereiten die Augen
meist keine Probleme mehr. Mittlerweile gibt es ganze Würfe,
die frei von Augenproblemen sind und wir hoffen, dass durch gute Zuchtauslese
dies Problem bald völlig verschwunden sein wird.
Bei der
Pflege der Augen sollten
sie folgendes beachten:
Leichte Schleimabsonderungen, die
immer mal wieder auftreten können, sei es durch vermehrten Pollenflug, oder bei
starkem Wind werden mit einem feuchten Taschentuch entfernt, auf
keinen Fall Kamillentee
am Auge anwenden. Zeigen sich Rötungen oder andere Veränderungen am Auge, ganz
besonders Eintrübungen der Hornhaut, gehört der Hund sofort in die Hand eines
erfahrenen Tierarztes. Auch allergische Reaktion können zu Augenrötungen und
vermehrten Absonderungen führen.
Die Ohren und Ohrenpflege:
Der Shar Pei neigt auf Grund seiner kleinen, enganliegenden und sehr engen Gehörgänge
zu einer starken Ohrenschmalzproduktion. Wöchentliche
Kontrolle und Reinigung des äußeren Gehörganges sollten
selbstverständlich sein. Reinigen sie die Ohrmuschel mit einen leicht
befeuchtetem Tuch und benutzen sie bei starker Verschmutzung einen handelsüblichen
milden Ohrreiniger. Er wird nach Anweisung in das Ohr gebracht und löst
eventuell festsitzende Ablagerungen sicher und schonend. Besondere
Aufmerksamkeit sollten sie den Ohren schenken, wenn ihr Hund sich ständig an
der Ohren kratzt, oder die Ohren herunterhängen, oder er den Kopf schief hält.
Ebenso ist eitriger, blutiger oder sehr dunkler Ohrenausfluss behandlungsbedürftig.
Dann sollte sich ein Tierarzt die ganze Sache ansehen, es kann sein, dass er
sich Ohrmilben eingefangen hat, ein Pilz
die Ursache ist oder sich durch unausreichende Ohrpflege eine Entzündung
manifestiert hat. Auch können eingedrungene Fremdkörper die Ursache sein. Hier
kann der Tierarzt sehr gut helfen. Warten sie mit der Behandlung nicht zu lange,
eine beginnende Entzündung kann leicht behandelt werden, eine Starke Entzündung
jedoch , die sich nach einiger Zeit entwickeln kann, ist meist sehr langwierig.
Pflege und vorbeugende Maßnahmen gegen Ungeziefer:
Der Shar Pei benötigt keine besonderen Pflegemaßnahmen, regelmäßiges striegeln
mit einer Gumminoppenbürste massiert und durchblutet die Haut und entfernt
abgestorbene Haare. Zur vorbeugenden Bekämpfung von Zecken und Flöhen haben
sich neuere Präparate, die auf die
Haut des Hundes in regelmäßigen Abständen im Schulterbereich aufgebracht
werden, sehr gut bewährt. Einige dieser Präparate wirken auch gegen Milben und
Würmer.
Der Shar Pei sollte, wie jeder andere Hund nur gebadet werden, wenn es notwendig ist. Jedes
Baden zerstört den Säureschutzmantel der Haut und bietet dann Eintrittsmöglichkeiten
für Bakterien und Pilze.
Sollte es aber doch einmal nötig sein, verwenden sie ein handelsübliches,
mildes Shampoo mit rückfettender Wirkung, oder ein medizinisches Bad von ihren
Tierarzt. Mit klarem Wasser können sie ihren Hund bei leichter Verschmutzung
auch waschen, das reicht in den meisten Fällen.
Bewegungsapparat:
Der Shar Pei gehört zu den molossoiden Hunderassen, die sehr starkknochig sind, einen gedrungenen Körperbau
haben sehr kraftvoll von der Erscheinung sind. Es gibt keine Erkrankungen des
Bewegungsapparates, die beim Shar Pei besonders in Erscheinung treten.
Einige Kleinigkeiten sind jedoch zu beachten.
Der Shar Pei ist eine sehr schnellwachsende Rasse, die mit 8 Wochen bereits ein viertel ihres ausgewachsen
Gewichts besitzen. Daher benötigt er während der
Aufzucht und im Wachstumsalter ein gutes Welpenfutter mit ausgewogenen
Inhaltsstoffen. In der Wachstumsphase werden die
Grundlagen der körperlichen Entwicklung gelegt, am Futter zu sparen würde hier
nicht wieder gut zu machende Schäden hinterlassen.
Jeder Züchter hat da seine Vorstellungen, beraten sie sich und profitieren sie von seine Erfahrungen. Die HD Belastung ist beim Shar Pei
relativ gering, und kann mit züchterischen Maßnahmen gut bekämpft werden. Allerdings sagen neuere
Forschungsergebnisse, dass HD nur zu ca. 60% erblich ist, sie kann auch durch
unzureichende Fütterung verstärkt, oder sogar ausgelöst werden. Genauso schädlich
ist eine Überversorgung mit
Vitaminen und Nährstoffen.
Patella Luxationen kommen beim Shar Pei auch so gut wie gar nicht vor,
die Zuchttiere sollten aber daraufhin untersucht sein.
Impfungen:
Eine der wichtigsten Maßnahmen für die Gesunderhaltung ihres Hundes,
sind die jährlich zu wiederholende Schutzimpfungen gegen Tollwut, Staupe,
Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten. Die Grundimmunisierung
erfolgt beim Züchter, und sie müssen unbedingt für die Wiederholungsimpfungen
Sorge tragen. Es ist die wichtigste Maßnahme zur Gesunderhaltung ihres Tieres
und die Impfungen werden mittlerweile sehr gut vertragen und werden als
Kombinationsimpfstoff in einer Spritze verabreicht.
Vorbeugung gegen Parasiten:
Gerade zur Sommerzeit kann ihr Hund von Flöhen und
Zecken geplagt werden, vorbeugende Mittel, wie die neuen Präparate
verschiedener Hersteller, die als Lösung im Bereich des Schulterblattes im
regelmäßigem Abstand aufgebracht werden, liefern einen wirksamen Schutz.
Einige Präparate helfen sogar gegen Würmer und Milben. Besonders der
Flohbefall kann schlimme Allergien auslösen und auch Zecken können sehr gefährliche
Krankheiten übertragen. Hier ist die Vorbeugung ganz einfach besser und
einfacher als die Bekämpfung.
Allgemeinbefinden:
Sie werden innerhalb kurzer Zeit ihren Hund genau kennen und werden ihm Unpässlichkeiten
sofort ansehen.
Der kranke Hund ist auffällig ruhig, oder verhält sich anders als sonst.
Meist verweigert er die Nahrung, zieht sich in eine Ecke zurück- ist halt einfach
anders, als sie ihn kennen. Er bedarf jetzt ihrer Beobachtung, je mehr sie ihrem Tierarzt erzählen um so
besser wird er seien Diagnose stellen können.
Hatte der Hund Durchfall, Erbrechen, messen sie Fieber ( Normaltemperatur eines Hundes
zwischen 37 und 38,5°C) oder verhält er sich irgendwie auffällig? Wenn sich
der Allgemeinzustand nicht innerhalb eines Tages bessert, warten sie nicht
zulange mit dem Besuch beim Tierarzt.
Alle Erkrankungen lassen sich im Anfangsstadium besser und schneller heilen, als wenn
sich die Erkrankung erst manifestiert hat. Eine Kombination aus Erbrechen, Durchfall, Fieber und gestörten Allgemeinbefinden
gehört sofort in die Hand eines Tierarztes!
Homöopathie:
Nach unserer Erfahrung bietet die Homöopathie,
bei vielen Erkrankungen eine echte Alternative zur Schulmedizin.
Gerade viele Stoffwechselstörungen, allergische Erkrankungen aber auch
Erkrankungen ausgelöst durch Mangelerscheinungen, lassen sich sehr gut
alternativ behandeln. Das Feld der Homöopathie ist sicher so groß, dass alle
Anwendungsbereiche hier den Rahmen sprengen würden. Sicher kann ihr Tierarzt ihnen auch hier weiterhelfen.
Tierarzt:
Schon bevor sie sich einen Welpen anschaffen, sollten
sie sich über die Tierärzte in Ihrer Umgebung erkundigen, fragen sie andere
Hundehalter, gibt es vielleicht in ihrer Nähe schon einen Shar Pei Besitzer?
Fragen sie Ihren Tierarzt, ob er im Umgang mit Shar Pei Erfahrung hat, es wir aber in dem meisten Fällen, wenn sie nicht in
einer Großstadt oder in Berlin wohnen, kaum der Fall sein.
Wie steht er der Rasse gegenüber,
lehnt er sie ab, oder zeigt er sich interessiert, ist er bereit sich neue
Erfahrungen anzueignen? Ist er auch am Wochenende für Notfälle erreichbar?
Wenn etwas passiert, ist es meist an Tagen, an denen der Tierarzt keine Praxisöffnung
hat, was nutzt ihnen der beste Tierarzt, wenn er in echten Notsituationen nicht
erreichbar ist? Allerdings sollten sie Bedenken, dass auch ein Tierarzt eine
Ruhepause verdient hat und ihn dann nur in wirklichen Notsituationen aufsuchen.
Alles das sollte bei der Auswahl
ihres zukünftigen Tierarztes berücksichtigt werden. Er sollte sich auch nicht
zu schade sein, bei Problemen Kollegen zu Rate zu ziehen, oder auch mal den Züchter
befragen, denn seine langjährige Erfahrung, sofern er welche hat, kann
wesentlich zur Problembehebung beitragen.
Für unsere Berliner und Brandenburger Shar Pei Besitzer
kann ich nur die Praxis von Herrn Dr. Torsten Burghardt empfehlen. Er behandelt seit 10 Jahren unsere eigenen Hunde und auch sehr
viele unserer Welpenkäufer sind bei ihm bestens aufgehoben.
In den vielen Jahren hat er sich
eine Menge spezifisches Fachwissen angeeignet, und es gibt wohl kaum einen
Tierarzt in Berlin, der über mehr Erfahrung im Umgang mit dem Shar Pei verfügt.
Dr. Torsten Burghardt
Ulmenallee 13
16356 Ahrensfelde
Ernährung:
Der Shar Pei benötigt wie jeder
andere Hund auch eine Ernährung, die altersentsprechend ausgewogen sein sollte.
Im Handel gibt es gutes Futter,
die für die jeweiligen Entwicklungsphasen entsprechend dem Bedarf
zusammengestellt sind. Ein Welpe
benötigt nun einmal ein Welpenfutter und wäre mit einem Futter für erwachsene Hunde unterversorgt.
Ebenso wäre ein Welpenfutter für
den erwachsenen Hund nicht optimal, da die Inhaltsstoffe nicht für den
erwachsenen Organismus zusammengestellt sind.
Besondere Vorsicht ist beim
erwachsenen Shar Pei bei den sogenannten Leistungsfutter geboten. Der Shar Pei
ist eine ruhige , ausgeglichene Hunderasse und wird in den wenigsten Fällen
sportlich geführt werden. Bei einer normaler Haltung, ohne leistungssportlicher
Betätigung, wäre eine Überversorgung mit Leistungsfutter, schädlich, es kann
sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigung kommen. Ein zuviel an Protein wir vom Körper
nicht ausgeschieden, sondern kann sich in den Nieren und den Gelenken ablagern,
und dem Hund im fortschreitendem Alter gesundheitliche Probleme bereiten. Es
geht also um eine ausgewogene Ernährung, nicht nur zu wenig kann schaden,
sondern auch eine Überversorgung ist schädlich.
Genau wie beim Menschen ist eine Überversorgung nicht
nur mit Kalorien schädlich, auch beim Tier zeigen sich immer mehr
Stoffwechselerkrankungen, die durch optimale, hundgerechte Fütterung vermieden
werden können. Dass der Hund kein Resteverwerter
der Familienabfälle ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Eine immer wieder verbreitete
Unsitte, ist der ständige Futterwechsel nach dem Motto „ wir essen ja auch
nicht jeden Tag das Gleiche“.
Jeder Futtermittelhersteller
verwendet unterschiedliche Basisstoffe für sein Futter, den Hund stört es
nicht, wenn er täglich das gleiche Futter bekommt. Bei ständigen Futterumstellungen
werden nicht nur der Magen- Darmtrakt unnötigerweise belastet, sondern der Hund
kann auch auf einige Futtermittel allergisch reagieren. Sollte sich irgendwann
einmal eine allergische Reaktion einstellen, können sie dann eine Reaktion auf
das Futter ausschließen und man kann gezielter dieses Problem angehen. Der
Welpe und Junghund sollte je nach Alter 3-4 mal täglich gefüttert werden, der
ausgewachsen Hund 2 mal täglich. Füttern sie möglichst immer zur
gleichen Zeit, der Organismus gewöhnt sich sehr schnell an diese Zeiten und fängt
schon einige Zeit vor der Fütterung mit der Produktion von Magensäure und
verdauungsfördernden Prozessen an. Immer mal wieder bekomme ich
Anrufe von Welpenbesitzern, die sich über einen plötzlich einsetzenden
Durchfall sorgen machen, meine erste Frage: „ wie viel Leckerlis haben sie ihm
denn gegeben, und fragen sie bitte auch ihren Mann und ihr Kind“. Meistens ist
es so, dass jeder dann eine ganze Tüte an den ja so süßen Welpen verfüttert
hat. Da war der Durchfall dann natürlich vorprogrammiert, und auch am nächsten
Tag behoben. Das sind die Fehler, die jeder neue Hundebesitzer nur einmal macht,
sie passieren aber leider immer wieder. Wasser sollte zur ständigen
Aufnahme immer bereit stehen.
Sicher konnte ich hier nicht auf alle Fragen zur Gesundheit des Shar Pei eingehen, er ist ein Hund wie jeder andere
auch , der bei entsprechender Pflege, Ernährung und Behandlung ein Leben lang
gesund sein kann. Hier sollten nur einige Tipps gegeben werden, die ihnen und
ihrem Liebling bei eventuellen Problemen etwas helfen können. Das wichtigste ist aber immer noch guten
Kontakt zu seinem Züchter zu halten. Wenn sie den Richtigen gefunden haben,
wird er ihnen auch mit Rat und Tat und mit seinen Erfahrungen zur Seite stehen.